Falsche Entscheidungen

Bauer Martin hatte sich in einer Kuppelshow beworben, von der er hoffte, endlich seine große Liebe zu finden. Es bewarben sich mehr Frauen, wie erhofft. Drei von ihnen wollte er auf jeden Fall näher kennen lernen, aber wieder entschied er sich nur für Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeit.

Tom, sein bester Freund und ebenfalls Bauer, sagte ihm ein heilloses Chaos voraus. Er konnte seinen Kumpel allerdings überreden, eine vierte Frau ins Boot zu holen, die sich auch für ihn beworben hatte. Allerdings wusste er, dass sie so rein gar nicht in sein Beuteschema passte, aber genau darin sah er seine Chance und er wollte sie selber nutzen.

Irgendwann kam der Tag, auf den Martin sich schon so sehr freute. Er holte alles aus sich heraus, trug einen tollen Anzug in dunklem Blau, der ihm sehr gut stand. Sein Drei-Tage-Bart war super gestylt und er duftete nach Moschus. Animalisch, wie er fand. Und dann begegnete er seinen Traumfrauen, na ja, dreien davon. Auf dem Fest zogen sie ihn sofort in ihren Bann und zwei von ihnen wollte er mit auf seinen Hof holen. Und dann war da noch die andere Nummer, die, die er mitnehmen sollte, in Toms Auftrag. Er redete kaum mit ihr und sie freute sich, als er sie dennoch auf seinen Hof einlud. Allerdings wunderte sie sich auch sehr über seine Entscheidung.

Schon wenig später hatten sich die drei Frauen auf dem Hof eingefunden und zogen in ihre Gästezimmer ein. Marina hatte ein kleines eigenes Zimmer, die anderen beiden Frauen kamen in das große Gästezimmer. Im Hotel wollte Martin sie nicht unterbringen, da das Nächste ziemlich weit weg war und er sie so auch besser kennen lernen konnte. Er hatte mehr Zeit, sie auf Herz und Nieren zu prüfen. Schließlich wollte er sicher gehen. Seine Rinder für die Zucht suchte er ja schließlich auch sorgsam aus. Es musste alles passen. Aber es sah gut aus.

Marina war super lieb und packte mit an. Sie verstand Spaß, war morgens als Erste im Stall und war mit der Arbeit vertraut, sie hatte eigene Tiere und hielt sich schon immer gern auf Bauernhöfen auf. Merle und Sarah dagegen brauchten ewig im Bad, wollten den Stall nur mit Einmalhandschuhen betreten und waren so gar nicht für die Stallarbeit gemacht.

Merle brach sich eines Tages einen ihrer Gelnägel ab und hatte den Rest des Tages schlechte Laune. Sarah musste immer wieder ins Haus, um sich ihre Haare zu richten. Ihre Extensions waren ihr bei der Arbeit im Stall unentwegt im Weg und kaum zu bändigen, aber sie sah toll aus, richtig umwerfend.

Tom hielt sich die Tage auch öfters auf dem Hof auf, half seinem Kumpel bei der Arbeit und beobachtete die drei Frauen, ganz besonders die Eine. Er verstand sich prima mit Marina. Martin hörte sie oft lachen und sah, wie vertraut sie sich in der kurzen Zeit schon wurden. Fast, als würden sie sich schon wesentlich länger kennen. Martin empfand eine kleine Eifersucht, doch Marina war einfach nicht sein Fall. Er wollte sich mit einer Frau schmücken. Marina passte ganz und gar nicht in sein Frauenbild.

Merle und Sarah waren nun bereits ein paar Tage auf dem Hof und wollten auch gern mal die Stadt kennen lernen und ließen sich im Taxi durch die Gegend chauffieren. Martin hatte keine Zeit für ausgiebige Shoppingtouren, aber er nutzte die Zeit, um sich mal mit seinem Kumpel auszutauschen. Er war der Meinung, sich für Sarah zu entscheiden wäre die absolut beste Wahl. Tom riet ihm ab.

Martin erklärte ihm seine Entscheidung, auch wenn Tom seine Beweggründe kannte und wusste, dass genau das auch sein Problem war. Martin brauchte auf dem Hof keine Hilfe, die machte er entweder mit seinen überaus fähigen Arbeitern oder eben auch lieber selber. Sarah wäre eine tolle Frau zum Vorzeigen, mehr brauchte er nicht. Über ihre Biestigkeiten und ihren Schönheitswahn sah er gekonnt hinweg. Er war geblendet von ihrer Schönheit und Anmut. Über Marina hatte er keine gute Meinung. Sie könnte etwas tun, um anders auszusehen, meinte er. Etwas Disziplin, ein bisschen mehr Makeup und so würde ihr sicher nicht schaden. Für ihn war sie absolut kein Thema.

Tom sah seine Chance. Er hatte seinem Kumpel eine Wahl aufgezeigt, die er partout nicht nutzen wollte und so hatte er selbst eine freie Bahn, sein Glück bei ihr zu versuchen. Er erklärte, warum er wollte, dass Martin Marina einlud, auch wenn sie nicht sein Fall war. Martin fand die Sache lustig und gab seinem Kumpel grünes Licht. »Werde glücklich mit deinem Pummelchen.« sagte er noch gönnerhaft.

Tom und Marina wurden tatsächlich ein Paar und als er ihr die Wahrheit sagte, war sie überhaupt nicht gekränkt. Ganz im Gegenteil, sie fand es romantisch und fühlte sich geschmeichelt,weil ein Mann so etwas für sie tat.

Als Martin seine Entscheidung kundtat, gab es viele böse Worte von Merle, denn sie war diejenige, die gehen musste und das kränkte ihre Eitelkeit. Mit den Worten »Soll euch doch der Teufel holen.« verließ sie den Hof fast fluchtartig, stieg ins Taxi und war weg.

Sarah war beleidigt, nachdem Martin ihr erzählte, warum er sich für sie entschieden hat. Sie wollte nicht nur auf ihr Äußeres reduziert werden, auch wenn sie 90 Prozent des Tages damit beschäftigt war, es aufrecht zu erhalten. Als sie meinte, sie hätte auch andere Vorzüge, sagte Martin nichts, denn die konnte er unmöglich erkennen.

Drei Monate hielt Martin mit Sarah aus, bis er ihre Eskapaden nicht mehr ertrug und sie vom Hof jagte. Sie blockierte immerzu das Bad, wollte ständig shoppen gehen, bestellte ohne sein Einverständnis neue Möbel auf seine Kosten, schmiss Erinnerungsstücke raus, versuchte ihn umzuerziehen und wollte ihm sein Hobby madig machen. Es war einfach zu viel.

Und als ihm alles über den Kopf wuchs, vertraute er sich wehmütig seinem Freund an, doch als er dann noch versuchte, sich auf schändliche Weise an Marina ranzumachen, bekam er Hausverbot und Tom beendete die Freundschaft nach all den Jahren.

Und obwohl Marina recht mollig war, wurde sie von allen im Ort als die Schönste bezeichnet. Sie hatte ein Puppengesicht, war weich, sie hatte Warmherzigkeit, besaß eine umwerfende Ausstrahlung, war sich für keine Arbeit auf dem Hof zu schade und sie war eine Frau zum Pferde stehlen. Was will Mann mehr…



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© Charlene Mc Kennie